Die Öffentlichkeitsarbeit befindet sich im Umbruch. Wo früher bei Print-Veröffentlichungen die erzielten Auflagen gezählt, Anzeigen-Äquivalenzwerte ermittelt und eine möglichst hohe Reichweite erreicht werden sollte, ist man heute in vielen Fällen damit beschäftigt, auch in der PR die digital Touchpoints während der Customer Journey zu bespielen.

Heute prasseln immer mehr Informationen und Botschaften auf die Menschen ein. Der Mensch kann diese Mengen an Informationen schon lange nicht mehr verarbeiten, ist überfordert und selektiert unbewusst die Themen nach aktueller Relevanz.

Ein Beispiel: Er wird im Frühjahr einen Artikel über Rasenpflege lesen, wenn er einen Garten hat und ihm aufgefallen ist, dass die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Der gleiche Artikel würde im Spätherbst nicht einmal angelesen werden, denn die persönliche Relevanz fehlt.

Doch wie kommt er auf den Artikel? Wenn das Problembewusstsein hoch ist, wird er vielleicht im Internet danach suchen. Ist das Thema noch nicht in sein Bewusstsein vorgedrungen, wird er auch nicht aktiv danach suchen. Veröffentlichungen im Internet wird er so nicht wahrnehmen können.

Hier punktet eine Print-Kampagne, denn die braucht zur Wahrnehmung keine aktive Handlung des Empfängers. Das Wochenblatt, die Tageszeitung und das Magazin nimmt man zur Hand und selektiert nach aktueller Interessenslage die zu lesenden Artikel. Hier kann auch durch eine gute Headline das Interesse neu geweckt werden.

Mit Storytelling die Kunden erreichen

Digitales Storytelling soll nun alles richten und den Konsumenten oder B2B-Kunden emotional erreichen. Doch wenn die Stories im Internet keiner findet und sie so ein Schattendasein fristen, dann hilft es auch nicht, einfach die Frequenz der Veröffentlichungen zu erhöhen, viel Geld in PPC-Werbemaßnahmen zu investieren oder eine SEO-Agentur damit zu beauftragen, die Story für Google in der Sichtbarkeit zu verbessern.

Agenturen schlagen gerne Blogs vor, in denen sie “rund um” das Produkt des Kunden thematisch passende Themen veröffentlichen. Die Idee dahinter: Die Kunden sollen durch das Randthema auf den Anbieter aufmerksam werden und so vielleicht einen ersten Kontakt zum Auftraggeber aufnehmen. Doch in der Realität funktioniert das oft nicht.

Besser wäre es tatsächlich, Methoden des Storytellings zu nutzen. Mit Geschichten, die näher am Auftraggeber und seinen Produkten oder Dienstleistungen sind. Erfahrungsberichte bestehender Kunden, Problemlösungen, Case Studies, Reportagen. Die kann man über mehrere Kanäle ausspielen – und dabei denken wir nicht nur an Social Media Kanäle, sondern auch an Print.

Mit Materndiensten kann man heute regional oder national Themen bespielen und so auch eine Erfolgsmessung vornehmen. Man kann mit dem Thema so in kürzester Zeit Millionen Leser erreichen. Und man erreicht auch den Leser, der selbst nicht auf die Idee kommen würde, nach dem Thema im Internet zu suchen. Nutzt man einen Materndienst, ist man nicht an die üblichen Zeitungsberichtvorgaben gebunden, sondern hat wesentlich mehr Freiheiten. Davon profitiert das Storytelling, denn man kann hier auch den Auftraggeber und das Produkt nennen.

Auch eine Erfolgsmessung ist möglich: So kann man die Leser auf eine Landingpage leiten, wo sie weitere Informationen abrufen können. Für Digital-Verweigerer könnte auch eine Service-Nummer abgedruckt werden, über die man weitere Information in Schriftform oder einen Prospekt bestellen kann.

Es geht also auch eine Kombination von Print und Digital. So kann Storytelling die besten Ergebnisse erzielen.